Vielleicht ärgerst du dich über deinen aktuellen Tarif oder hast ein vermeintlich besseres Angebot gefunden. Ein Wechsel der Tierkrankenversicherung kann durchaus sinnvoll sein, sollte aber nie überstürzt passieren. Denn beim Wechsel gibt es ein paar Stolpersteine, die dich im schlimmsten Fall ohne Schutz dastehen lassen. Wir gehen sie mit dir durch.
Erst der neue Vertrag, dann die Kündigung
Die wichtigste Regel gleich vorweg: Kündige deinen alten Vertrag niemals, bevor der neue in trockenen Tüchern ist. Anders als bei einer jungen Erstversicherung ist dein Tier inzwischen älter, und womöglich sind seit dem ersten Abschluss Erkrankungen dazugekommen. Beides kann dazu führen, dass ein neuer Versicherer dich nur zu schlechteren Bedingungen oder gar nicht aufnimmt.
Stell also sicher, dass der neue Vertrag zugesagt und angenommen ist, bevor du die Kündigung abschickst. Sonst riskierst du eine Lücke, in der dein Tier gar nicht abgesichert ist.
Gesundheitsfragen: bitte immer ehrlich
Bei jedem Neuabschluss stellt der Versicherer eine Gesundheitsprüfung an, meist in Form von Gesundheitsfragen. Hier musst du wahrheitsgemäß angeben, welche Erkrankungen, Behandlungen oder Auffälligkeiten dein Tier hatte oder hat.
Es ist verlockend, kleinere Dinge wegzulassen, um bessere Konditionen zu bekommen. Genau das solltest du aber nicht tun. Falsche oder unvollständige Angaben nennt man vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung. Die Folgen können ernst sein:
- Der Versicherer kann die Leistung im Schadenfall kürzen oder verweigern
- Er kann vom Vertrag zurücktreten
- Im schlimmsten Fall stehst du komplett ohne Erstattung da
Ehrlichkeit schützt dich also. Lieber eine Vorerkrankung offen angeben und wissen, woran man ist, als später eine böse Überraschung zu erleben.
Neue Wartezeit beim Wechsel
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Bei einem neuen Vertrag beginnt in der Regel auch die Wartezeit von etwa 30 Tagen von vorn. Deine bereits erfüllte Wartezeit aus dem alten Vertrag nimmst du nicht mit.
Das bedeutet, dass in den ersten Wochen des neuen Vertrags Krankheiten meist noch nicht erstattet werden. Plane den Wechsel deshalb so, dass zwischen altem und neuem Schutz keine Lücke entsteht, und rechne die neue Wartezeit mit ein. Manche Versicherer rechnen Wartezeiten bei einem Wechsel an, aber verlassen solltest du dich darauf nur, wenn es ausdrücklich zugesagt ist.
Vorerkrankungen wandern nicht einfach mit
Das ist der Kern des Wechselrisikos. Was in deinem alten Vertrag als gesundes Tier begann und mitversichert war, gilt beim neuen Versicherer möglicherweise als Vorerkrankung. Chronische Leiden, die während der alten Vertragslaufzeit aufgetreten sind, können beim neuen Anbieter ausgeschlossen werden oder zu einem Beitragszuschlag führen.
Bevor du wechselst, solltest du dir deshalb ehrlich diese Fragen stellen:
- Ist der neue Schutz wirklich besser oder nur günstiger?
- Sind bestehende Erkrankungen im neuen Vertrag weiter gedeckt?
- Rechtfertigt der Vorteil das Risiko einer neuen Wartezeit?
Wann sich ein Wechsel trotzdem lohnt
Trotz aller Vorsicht kann ein Wechsel richtig sein, etwa wenn dein Tier noch jung und gesund ist, wenn der neue Tarif deutlich bessere Leistungen wie einen höheren GOT-Satz bietet, oder wenn dein aktueller Anbieter Leistungen einschränkt. Entscheidend ist, dass du mit offenen Augen vergleichst und nicht nur auf den Beitrag schaust.
Unser Fazit: Ein Wechsel ist kein Selbstläufer. Sichere zuerst den neuen Vertrag, beantworte die Gesundheitsfragen ehrlich und behalte die neue Wartezeit sowie mögliche Vorerkrankungen im Blick. Wenn du unsicher bist, ob sich ein Wechsel für dein Tier wirklich lohnt, schauen wir uns deine Situation gern gemeinsam und ohne Druck an. Komm auf uns zu, bevor du kündigst.
Geschrieben von Martin Maack · AXA-Experte für Tierabsicherung
AXA-Vertreter aus Langenselbold, spezialisiert auf Tierabsicherung. Fragen zu deinem Fall? Schreib mir einfach.
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